2017-0931 La Musika_breit1

Unterricht nach der Suzuki Methode

Der japanische Violinpädagoge Shinichi Suzuki (1898-1998) entwickelte ein musikpädagogisches Konzept, das er selbst als Muttersprachen- oder Talenterziehungsmethode bezeichnete.

Kennzeichnende Merkmale der Methode sind unter anderem:

  •     Früher Unterrichtsbeginn

    Es werden Kinder ab dem Vorschulalter unterrichtet.

  •     Lernen durch Nachahmung

    Wie bei der Muttersprache wird in der Anfangsphase auf das Lesen verzichtet (erst sprechen, dann lesen und schreiben). Die Kinder erlernen ihr Instrument durch Hören, Nachahmen und Verbesserung.

  •     Individuelles Lerntempo

    Jedes Kind bestimmt sein Lerntempo durch seine Konzentrationsfähigkeit und seine Lernbereitschaft selbst.

  •     Aktive Elternmitarbeit

    Ein Elternteil sollte in den ersten Jahren beim Unterricht mit dabei sein, um dem Kind beim häuslichen Üben gut helfen zu können.

  •     Gruppen- und Einzelunterricht

    Der wöchentlich stattfindende individuelle Einzelunterricht wird durch den Gruppenunterricht ergänzt. Hier stehen gemeinsames Musizieren, Spiele, Konzentrations- und Reaktionsübungen im Vordergrund. Das regelmäßige Zusammenspiel mit anderen Kindern verstärkt musikalische Lernziele (z.B. rhythmische Einordnung) und hat eine sehr motivierende Wirkung.

  •     Konzerte und Workshops

    Bei diesen überregional stattfindenden Veranstaltungen treffen sich Familien und Lehrer zu gemeinsamen musikalischen Aktivitäten. Die Freude am Musizieren gemeinsam mit vielen anderen Kindern und der Austausch zwischen Lehrern und Eltern stehen hier im Vordergrund.

  • Persönlichkeitsförderung

    Suzukis pädagogisches Konzept ist nicht nur als ein musikalischer Bildungsweg zu verstehen. Er möchte nicht in erster Linie Berufsmusiker heranbilden, sondern über das Medium Musik einen Beitrag leisten, das Kind in seiner ganzen Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Auf spielerische Weise werden das Gedächtnis, die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit geschult, wird soziales Verhalten in der Gruppe geübt, die Sensibilität dem Schönen bzw. der Kunst gegenüber geweckt und die Einsicht vermittelt, dass Lernen und Üben in allen Bereichen eine lebenslange Aufgabe darstellen.

Quelle:
Kerstin Wartberg